Ausstellungseröffnung des Künstlers Franz Weiss im Schloss St. Martin

Franz Weiss zurück in seiner zweiten Heimat

Graz (12. Juli 2021).- Franz Weiss gehört zweifellos zu den ganz großen Kunstschaffenden der Steiermark. Der 1921 in Södingberg geborene Weiss erlernte das Handwerk der Holz- und Steinbildhauerei und der dekorativen Malerei an der Kunstgewerbeschule in Graz. Später begann er sein Studium an der Akademie der bildenden Künste, das er mit Unterbrechung 1963 abschloss. Es hielt ihn allerdings nicht lange in der Bundeshauptstadt. Zu sehr war und blieb Weiss mit seiner Heimat verbunden. In seinem geliebten, vom Vater auf den Hang gesetzten „Häusl“ im Tregistgraben bei Voitsberg lebte er fast 85 Jahre. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in der Seniorenresidenz in Stallhofen. Er verstarb am 4.6 2014.

St. Martin war für Weiss eine zweite Heimat. Seit den 1960er-Jahren arbeitete und unterrichtete er hier, war Mittelpunkt vieler Besuche und Gespräche. Noch heute erzählen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bildungshaus von den wertschätzenden Begegnungen mit dem bescheidenen Künstler. Diese enge Bindung hatte er auch zu den St. Martiner Schulen.

„Daher war es nur logisch, Franz Weiss zu seinem 100. Geburtstag, hier in St. Martin zu würdigen“, so Christoph Straka, der Leiter des Bildungshauses. Die kürzlich eröffnete Ausstellung zeigt 49 Exponate aus dem Bildungshaus und aus neun Fachschulen, darunter auch besondere Ölbilder, und bietet damit einen Querschnitt durch das vielseitige Werk von Weiss. Eine neue Facette des Œuvres zeigen die drei Akte aus den 1950er-Jahren, die das Franz Weiss Museum zur Verfügung gestellt hat.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, der die Ausstellung im Beisein von 160 Gästen – darunter Ehrengäste aus Politik, Religion und Wissenschaft – eröffnete, betonte die enge Verbindung von Franz Weiss zu seiner steirischen Heimat, die hohe Qualität seines Schaffens und sein Selbstverständnis als Künstler des Volkes. Auch Ernst Lasnik würdigte diesen Aspekt: „Franz Weiss wurde mit seinem tausende Arbeiten umfassenden Gesamtwerk zum Schilderer der Schönheiten seiner geliebten weststeirischen Heimat, und seine Kunstwerke wurden zu Bestandteilen der ländlichen Kultur“.

Die Ausstellung ist gegen Voranmeldung bis 19. August zu besichtigen.

In der Ausstellung zu sehen: Der heilige Martin (1979), Leihgabe der Fachschule Burgstall